Plastik - Gründe und Fakten für ein Leben ohne Plastik

Plastik - Gründe und Fakten für ein Leben ohne Plastik

Adrean Liegel

Der folgende Text setzt sich kritisch, insbesondere mit den negativen Folgen und Umweltauswirkungen von Plastik auseinander. Alle Quellen findest du im Text selbst, in Klammern und Kurzform, sowie am Ende des Textes ausführlich und in alphabetischer Reihenfolge. Wenn dich ein Thema genauer interessiert: Forsche am besten selber nach!

 

Inhaltsverzeichnis:

 

Was ist Plastik?

Als Plastik werden von Chemiekonzernen erschaffene Kunststoffe bezeichnet, welche so, normal, nicht in unserer Natur vorkommen. Gänzlich neue Molekülgruppen. Der erste künstlich geschaffene Stoff wurde 1862 entwickelt. Damals noch halbsynthetisch in Reaktion mit Zellulose. 40 Jahre später wurde der erste vollsynthetische Kunststoff geschaffen. Das erste Material, an dem wirklich nichts mehr natürlich war. Zu dieser Zeit war Kunststoff noch ein kaum bedeutendes Nischenprodukt. Der große Boom brach erst 1950 mit der Entdeckung von PVC aus (hbs, 2019a).

Zwischen 1950 und 2015 wurden etwa 8,3 Milliarden Tonnen Plastik insgesamt produziert. Das ist etwa so viel wie das Gewicht von 55 Millionen Jumbo Jets. Eine schwer vorstellbare Zahl. Im Jahr 2015 allein wurden weltweit etwa 407 Millionen Tonnen Plastik hergestellt. Das sind weit mehr als 1 Millionen Tonnen pro Tag. Fast 13 Tonnen pro Sekunde. Die Plastikproduktion hat sich in den vergangenen 20 Jahren nahezu verdoppelt und es wird erwartet, dass sich die Zahl in den nächsten 20 Jahren noch einmal verdoppelt und bis 2050­ sogar vervierfacht (hbs, 2019b). Es wird geschätzt, dass bis zum Jahr 2050 weitere 34 Milliarden Tonnen Kunststoff produziert werden (UNDP, 2023).

 

Warum nutzen wir Plastik?

Heute lässt sich der Stoff mit chemischen Mitteln wie Weichmachern, Flammschutzmitteln oder Farbstoffen nahezu grenzenlos in seinen Eigenschaften verändern. Ob Formbarkeit, Härte, Elastizität oder Bruchfestigkeit. Einige Plastikarten sind sogar säure- und chemiebeständig. Unfassbar viele Anwendungsmöglichkeiten, die sich uns - der Plastikindustrie sei Dank - da aufgetan haben. Die Herstellung ist billig und passiert zu Teilen sogar aus Abfallprodukten anderer chemischer Prozesse. Es gibt kaum einen Lebensbereich, den Plastik noch nicht eingenommen hat (Chemie.de, 2023).

 

Grafik: Globale Plastikproduktion pro Jahr (2015)

Von den 407 Millionen Tonnen Plastik, die jährlich produziert werden, sind 146 Millionen Tonnen (36%) allein Verpackungsmaterial, welches zumeist nur ein einziges Mal verwendet wird. Weitere 65 Millionen Tonnen (16%) benötigt der Bausektor und 47 Millionen Tonnen (12%) werden für Textilien genutzt. Gebrauchswaren machen rund 42 Millionen Tonnen (10%) aus und Transport und Verkehr schlagen mit 27 Millionen Tonnen (7%) zu Buche. 21 Millionen Tonnen (5%) werden für Elektronik genutzt (hbs, 2019b).

Die verbleibenden 59 Millionen Tonnen (14%) Plastik entfallen auf alle verbleibenden Anwendungsgebiete. Zum Beispiel verbraucht die Landwirtschaft in der EU jährlich etwa 7 Millionen Tonnen Plastik, unter anderem für Gewächshäuser, Pflanztunnel, Baumnetze oder Bewässerungsanlagen. Der Bau von Industriemaschinen verbraucht weltweit etwa 3 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr - dieser Punkt ist allerdings bereits in der oben aufgeführten Elektronik enthalten (hbs, 2019b). Ein Leben ohne Plastik scheint heute kaum noch vorstellbar.

 

Warum ist Plastik ein Problem?

Schätzungen zur Langlebigkeit von Plastik reichen von 450 Jahren bis "für immer" (Nat Geo, 2021). Es wird davon ausgegangen, dass sich Kunststoff niemals vollständig auflösen wird (AWM, 2018). Plastikmüll verändert natürliche Lebensräume und Prozesse und beeinträchtigt die Anpassungsfähigkeit von Ökosystemen an den Klimawandel. Dies wirkt sich direkt auf den Lebensunterhalt von Millionen von Menschen, die Nahrungsmittelproduktion, sowie das gesamte soziale Wohlergehen aus (UNEP, 2022).

Kohlendioxid, Methan und andere Treibhausgase werden in jeder Phase des Plastik-Zyklus freigesetzt. Das beginnt bei der Gewinnung und Verarbeitung und endet bei der Entsorgung und Verbrennung. Im Blut von schwangeren US-Amerikanerinnen wurden im Schnitt 56 verschiedene Industriechemikalien gefunden (hbs, 2019b). Viele dieser Stoffe kommen auch in Plastikprodukten bzw. bei deren Herstellung zum Einsatz.

Über 99% aller Kunststoffe basieren auf fossilen Rohstoffen. Weltweit nimmt der Ölverbrauch in keinem anderen Bereich so stark zu, wie bei der Herstellung von Plastikprodukten (hbs, 2019b). Die Herstellung von Plastik erforderte im Jahr 2016 rund 8% der weltweiten Ölproduktion. 2050 könnte die Herstellung schon 20% der weltweiten Ölproduktion erfordern. Die Kunststoffindustrie verbraucht etwa genauso viel Öl wie der gesamte Luftfahrtsektor (Gould, 2016).

 

Was passiert mit dem Müll?

2018 wurden rund 13% des deutschen Verpackungsmülls ins Ausland exportiert. Deutschland ist nach den USA und Japan der drittgrößte Exporteur von Plastikmüll (hbs, 2019b). Beispiele von jährlich anfallendem Einweg-Plastikmüll in Europa: 580 Milliarden Zigarettenstummel, 46 Milliarden Plastikflaschen, 36 Milliarden Einweg-Strohhalme, 16 Milliarden Coffee to Go-Becher, 3 Milliarden Takeaway-Verpackungen (Sherrington et al., 2017).

73% des weltweiten Mülls an Stränden besteht aus Plastik (Nat Geo, 2021). 80% aller Verschmutzungen im Meer stammen aus Aktivitäten an Land. 80% des gesamten Mülls in unseren Ozeanen macht Plastik aus (UN, 2017). Jedes Jahr landen bis zu 12,7 Millionen Tonnen Plastik im Meer (Jambeck et al., 2015). Das ist mehr als eine Wagenladung pro Minute. Schätzungsweise befinden sich etwa 150 Millionen Tonnen Plastik im Meer (WEF, 2016). 

Die Verschmutzung der Meere mit Plastik hat sich seit 1980 verzehnfacht und zieht unter anderem 86% der Meeresschildkröten, 44% der Seevögel und 43% der Meeressäuger in Mitleidenschaft (IPBES, 2019). Schätzungen zufolge wird bis 2050 mehr Plastik (vmtl. nach Masse) als Fisch in unseren Ozeanen schwimmen  (UN, 2017) und 99% aller Seevögel werden Plastik im Magen haben (UNEP, 2018).

 

Was ist mit Recycling?

Von den 6,3 Milliarden Tonnen Plastikmüll, die wir bis 2015 produziert haben, wurden nur etwa 9% recycelt. 12% wurden verbrannt und die restlichen 79% landeten in Deponien oder der Umwelt (Geyer et al., 2017). Von allem Plastik, das 2019 weltweit produziert wurde, waren nur etwa 2% recycelt (Minderoo, 2021).

Laut den Angaben der deutschen Regierung wurden zum Beispiel im Jahr 2017 in Deutschland insgesamt 14,4 Millionen Tonnen Kunststoff verarbeitet und 11,8 Millionen Tonnen verbraucht. Davon sollen 6,15 Millionen Tonnen Abfall gewesen sein, wovon angeblich etwa 2,8 Millionen Tonnen, also 46%, recycelt wurden. 53% sollen zur Energiegewinnung verbrannt worden sein (BMUV, 2019).

Jedoch: Offiziell sind die Recyclingquoten in Deutschland relativ hoch. Allerdings beziehen sich diese Angaben lediglich auf die Ablieferung bei einem Recyclingunternehmen, nicht aber auf das tatsächlich Recycling. Nimmt man die Gesamtmenge der anfallenden, gebrauchten Kunststoffprodukte als Grundlage, werden in Deutschland nur etwa 15,6% von allem Plastikmüll recycled (hbs, 2019b).

Ein anderes Beispiel: 2016 wurden etwa 480 Milliarden Plastikflaschen verkauft. Das sind etwa 1 Millionen Flaschen pro Minute oder 20.000 Flaschen pro Sekunde. Die Hälfte dieser Flaschen wurde wieder für Recycling gesammelt. Doch nur etwa 7% davon wurden auch tatsächlich zu Flaschen gemacht. Der Rest landete auf Mülldeponien oder wurde verbrannt (Laville & Taylor, 2017). Eine Kunststoffflasche braucht etwa 450 Jahre, um sich zu Mikroplastik zu zersetzen (AWM, 2018).

 

Was ist Mikroplastik?

Mikroplastik sind Kunststoffpartikel, die kleiner als fünf Millimeter sind (BUND, o. J.). Mikroplastik wird zum einen direkt von der Industrie hergestellt, zum Beispiel als Granulat, vor allem aber entsteht es, wenn sich Plastik konstant zu immer kleiner werdenden Teilchen zersetzt. Das geschieht zum Beispiel durch Sonne, Wind und Regen, durch das Waschen von Textilien oder durch den Abrieb von Sohlen und Reifen (KlasseWasser, o. J.). Im Allgemeinen ist wenig über Mikroplastik und dessen Folgen bekannt.

Studien belegen, dass Mikroplastik bei Meerestieren zu Entzündungen, physiologischen Störungen und höheren Sterberaten geführt hat (LfU, 2014). Mikroplastik und Plastikmüll ist nachgewiesenermaßen für mehr als 800 im Meer lebender Arten gefährlich (UN, 2017). Die Menge an Mikroplastik im Meer wird sich, selbst bei einem kompletten Stopp an zusätzlicher Plastikverschmutzung, bis 2050 mehr als verdoppeln (weil sich bestehendes Plastik weiter zersetzt). Einige Szenarien gehen von einem 50-fachen Anstieg bis 2100 aus (Tekman, Mine B. et al., 2022).

Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Forschung zu Mikroplastik im Meer etwa ein Jahrzehnt Vorsprung hat, im Vergleich zu unserem Wissensstand über die Folgen von Mikroplastik in unsere Böden. Die Mikroplastik-Verschmutzung an Land ist, je nach Umgebung, zwischen 4­ und 23­ mal höher als die im Meer. Schätzungen ergeben, dass von den weltweit mehr als 400 Millionen Tonnen Plastik, die jährlich produziert werden, etwa ein Drittel in unseren Böden und Binnengewässern landet (hbs, 2019b). 

Von 34 untersuchten käuflichen Mineralwassern wurden in jedem Mineralwasser Mikroplastik-Partikel festgestellt (CVUA-MEL, 2018). Es wird davon ausgegangen, dass eine durchschnittliche Person pro Woche etwa 5g Mikroplastik zu sich nimmt (WWF, 2019). Das ist in etwa so viel wie eine Kreditkarte. Jede Woche. Dennoch: Die wenigen verfügbaren Daten zu den Gesundheitsrisiken von Mikroplastik haben in den letzten Jahren stark zugenommen und deuten auf eher geringe Risiken durch orale Aufnahme hin (Paul et al., 2022). Bei Nano-Kunststoffen hingegen sieht die Lage anders aus.

 

Was ist Nanoplastik?

Nano-Plastik ist sich immer weiter zersetzendes Mikroplastik. Es löst sich nicht auf, sondern zerteilt sich in immer kleiner werdende Partikel, bis es im Nanopartikel-Bereich ankommt. Dann sind die Teilchen in etwa so klein wie ein Virus oder DNA (DaNa, o. J.). Zum Vergleich: Ein Nanopartikel verhält sich zur Größe eines Fußballs in etwa so, wie ein Fußball zur Größe unseres gesamten Erdballs (Quarks.de, 2019). Das macht Forschung, allein schon von technischer Seite her, sehr schwierig.

Einiges wissen wir aber doch: Mikro- und Nano-Plastik kommt mittlerweile so gut wie überall vor. Es ist in der gesamten Nahrungskette, sowie in der Luft, nachweisbar. Menschen und Tiere nehmen es mit Essen und Trinken auf und atmen es ein. Nanopartikel sind so klein, dass sie sogar unsere Haut durchdringen können. Und damit hörts nicht auf: Mittlerweile ist nachgewiesen, dass Nano-Kunststoffe auch unsere natürlichen, biologischen Schutzbarrieren überwinden und zu ernsthaften Schäden führen können (Lai et al., 2022)

Konkret gesprochen gelangt Nanoplastik über die Nahrung in unseren Darm und von dort aus über die Darmbarriere in unseren Blutkreislauf. Genauso auch über die Lunge und die Blut-Luft-Schranke. Von dort aus gelangen die Teilchen über die Blut-Hirn-Schranke in unser Gehirn. Dort, und in allen anderen Zellen unseres Körpers, lagert es sich ab und kann beispielsweise zu Hirnschäden führen, wie eine Studie bei Fischen zeigte. Auch die Plazentaschranke kann überwunden werden (Lai et al., 2022).

Nano-Plastikpartikel reichern sich in verschiedenen Umweltbereichen an. Sie können unerwünschte Chemikalien wie Flammschutzmittel oder Weichmacher binden und zu einem späteren Zeitpunkt wieder an ihre Umgebung abgeben (DaNa, o. J.). Es ist noch unklar, ob Nano-Plastik selbst in unseren Zellen zu Schäden führt. Was wir aber wissen ist, dass Nano-Plastikpartikel potentiell schädliche Substanzen an sich binden und diese als „trojanisches Pferd“ in andere (unsere) Zellen einschleusen können (Paul et al., 2022). 

Zum besseren Verständnis: In einer einzigen Tasse Tee mit einem Beutel aus Kunststoff lösen sich etwa 11,6 Milliarden Mikroplastikteilchen und etwa 3,1 Milliarden Nanoplastik-Partikel (Hernandez et al., 2019). Diese Plastikteilchen trinken wir mit. Ein Teil davon wird in uns bleiben und sich mit unseren Zellen verbinden - und eventuelle Schadstoffe an diese abgeben. Gruselig! Die weiteren Aussichten: Die Emissionen von Nanopartikel werden in den nächsten Jahren drastisch zunehmen. Bisher gibt es nur sehr wenige Studien zu den Folgen und Auswirkungen von Nanoplastik (DaNa, o. J.).

 

Wer steckt hinter dem Plastik?

2019 waren allein die 20 größten Plastik-Produzenten für mehr als die Hälfte aller weltweit erzeugten Einweg-Plastik-Abfälle verantwortlich. Die Top 100 für 90%. Die drei führenden Produzenten ExxonMobil, Dow und Sinopec sind zusammen für 16% des weltweit produzierten Einweg-Kunststoff-Abfalls verantwortlich (Minderoo, 2021).

Globale Investoren, Staaten und Banken finanzieren die globale Kunststoffindustrie. Zwanzig institutionelle Vermögensverwalter, angeführt von den US-Unternehmen Vanguard Group, BlackRock und Capital Group, halten Aktien im Wert von über 300 Milliarde Dollar an den Muttergesellschaften dieser Plastik-Produzenten (Minderoo, 2021).

Schätzungsweise 30% der Plastikindustrie befinden sich wertmäßig in Staatsbesitz, wobei Saudi-Arabien, China und die Vereinigten Arabischen Emirate den größten Teil besitzen (Minderoo, 2021). Die drei größten Plastikmüll verursachenden Firmen im Jahr 2020 sind Coca Cola mit 2,9 Millionen Tonnen, Pepsico mit 2,3 Millionen Tonnen und Nestlé mit 1,7 Millionen Tonnen (Statista, 2020).

Und zu guter Letzt stecken natürlich wir als Konsumenten hinter dem Plastik. Schließlich zahlen und arbeiten wir dafür sogar. Praktisch, günstig und bequem. Ändern wir die Nachfrage, ändern wir den Markt.

 

Welche Alternativen gibt es?

Forscher haben im Zuge der Bioremediation herausgefunden, dass gewisse Organismen, zum Beispiel spezielle Pilze, in der Lage sind, unter bestimmten Umständen Polyurethan (PU) abzubauen (Russell & Huang, 2020). Projekte und Entdeckungen dieser Art geben mir Mut und Hoffnung für die Zukunft. Bio-Kunststoffe aus Mais, Kartoffeln oder Ähnlichem sind bisher kaum eine Alternative. Viele dieser Kunststoffe basieren zwar auf natürlichen Stoffen, sind aber chemisch so umgewandelt, dass sie faktisch Plastik gleichen (Verbraucherzentrale, 2021).

Auch können viele der als "kompostierbar" angeworbenen Plastik Alternativen, unter normalen Umständen, gar nicht wirklich kompostieren. Viele Bio- und Plastikmüll-Anlagen sortieren biobasierte Kunststoffe aus und verbrennen sie. Vom nicht zwingenden ökologischen Anbau und der benötigten Anbaufläche mal ganz abgesehen. Nicht überall wo Bio drauf steht, ist auch Bio drin. Bis vor kurzem zählten auch Plastiktüten mit chemischen Zusatzstoffen, für den schnelleren Zerfall zu Mikroplastik, als Bio-Kunststoff (Verbraucherzentrale, 2021). 

Die bisher nachhaltigsten Alternativen zu Plastik finden wir wohl in der Vergangenheit. Bis wir es schaffen, wirklich nachhaltige Kunststoffe zu produzieren (wenn es sowas überhaupt gibt), sollten wir es wieder so machen, wie die Menschheit es bis vor 100 Jahren gemacht und geschafft hat. Glass nutzen wir seit etwa 5000 Jahren. Papier gibt es seit etwa 2000 Jahren. Hanf, Leinen, Wolle und Co. gibt es auch schon seit Urzeiten. Die Natur hält alles bereit, was wir für ein gutes Leben brauchen.

 

Was kannst du tun?

36% bzw. 146 Millionen Tonnen von allem Plastik, das jährlich produziert wird, ist Verpackungsmüll. Die meisten Einweg-Plastikverpackungen haben nach dem Kauf nur eine kurze Lebenszeit von wenigen Stunden oder gar Minuten. Dann landen sie im Abfall und später mit großer Wahrscheinlichkeit auf irgendeiner Deponie oder im Ozean. Wenn du es allein in diesem Punkt schaffst, Plastikmüll einzusparen, dann ist der Umwelt schonmal sehr geholfen. Kein Zufall, dass der Bereich mit der kürzesten und ineffizientesten Nutzung den größten ökologischen Schaden mit sich bringt. 

Je mehr und je länger wir Sachen nutzen und wiederverwenden, desto besser. Alles eine Frage der Kosten-Nutzen-Rechnung. Die Dosis macht das Gift, so auch Plastik für die Umwelt. Achte auf ökologische Baustoffe und wohne möglichst natürlich. Auch Textilien haben einen großen Einfluss. Auf dieser Website findest du diverse einfache Anleitungen, um dir beispielsweise eigene Kleidung, Tücher, Schwämme und Co. aus Stoff zu fertigen.

Ein guter Leitsatz für mich ist: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Habe, nutze und kaufe nur, was du wirklich brauchst. Produkte und Waren sind heute so billig und einfach zu kaufen, mit nur einem Knopfdruck, dass wir den Bezug verloren haben, wie viel Energie und Ressourcen wirklich in den Sachen stecken. Im Laden sehen wir nur die schönen Etiketten und die glänzenden Produkte. Die Erdöl verarbeitenden Chemiekonzerne und deren rauchenden Industrie-Raffinerien sehen wir nicht. Artensterben, Klimawandel und Co. sind die Folge.

Liebe Grüße und alles Gute,

Adrean

 

Quellenangabe

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