Eudaimonismus - Aristoteles Glücks- und Tugendlehre

Eudaimonismus - Aristoteles Glücks- und Tugendlehre

Adrean Liegel

Aristoteles hat den Begriff der Eudaimonie stark mit seiner Tugend Ethik geprägt - auch mich und mein Verständnis davon. Dieser Artikel beschreibt mein Bild der aristotelischen Sichtweise zu einem guten und erfüllten Leben. Aristoteles Anleitung zum Glücklichsein. Ein bedeutender Meilenstein der abendländischen Philosophie.


Inhaltsverzeichnis:

 

Was ist Eudaimonie?

Der Begriff der Eudaimonie stammt aus dem antiken Griechenland und bedeutet übersetzt so viel wie "von gutem Geist beseelt" (griech. eu = gut und daimon = Geist). Eudaimonie beschreibt einen Zustand der vollkommenen Zufriedenheit. Häufig übersetzt mit Glückseligkeit. Beständiges Wohlsein, ohne Sorgen, Wünsche und Bedürfnisse (Bedürfnislosigkeit). Epikur beispielsweise beschrieb es als die Abwesenheit von Schmerz und innerer Aufgewühltheit (seelische Unerschütterlichkeit). 

Aristoteles schreibt:

"Das gute Leben ist das letzte Ziel menschlicher Handlungen. Das gute Leben ist das, was nicht als Mittel zu etwas anderem, sondern als Zweck seiner selbst angestrebt wird. Deshalb ist das gute Leben das einzige, worüber hinaus nichts weiter gewünscht werden kann."

Aristoteles Eudaimonie ist demnach das höchste Gut, das Endziel jeglicher Handlung. Alles, was wir tun, tun wir, weil wir uns letztlich davon erhoffen, dass es uns erfüllt und zufrieden macht. Alle Ziele unseres Lebens sind dabei bloße Mittel zum Zweck. Zwischenziele auf dem Weg zum finalen Gut-Fühlen wollen.

Drei Beispiele zur Bedienung der Eudaimonie:

  1. Rauchen

    Vielleicht rauchst du zur Stressreduzierung oder aus Gründen der sozialen Teilhabe. Beides tust du, um dich gut zu fühlen. Obwohl du weißt, dass aufhören gesünder wäre, so rauchst du doch, um den Schmerzen des Entzuges zu entgehen.

  2. Arbeit

    Du besuchst eine Schule, um eine Ausbildung zu machen, um eine Arbeit zu finden, um viel Geld zu verdienen, um Sachen kaufen zu können, um dich gut zu fühlen. Wir können die größten Leiden auf uns nehmen, wenn wir uns davon ein gutes Gefühl erhoffen.

  3. Krieg

    Selbst wenn du dich für jemanden oder etwas opfern wollen würdest, indem du beispielsweise in den Krieg ziehst und dir eine Kugel einfängst, selbst dann tust du es, weil du es für das Beste hältst. Du willst dich gut fühlen. Würdest du es nicht tun, wärst du unglücklich.

Kurz gesagt: Für mich ist Eudaimonie das abendländische Pendant zur fernöstlichen Erleuchtung. Ein völliges in Einklang treten und das eigene Selbst mit dem tatsächlichen Vorgehen der Umwelt in Übereinstimmung bringen. Völliges Gelassen-Sein.


Wie entsteht Glückseligkeit?

Früher galt der Zustand der Eudaimonie von den Göttern gegeben und vorherbestimmt. 

Heraklit hingegen sah den Ursprung nicht im Göttlichen, sondern in jedem Selbst.

Heraklit schreibt: "Für den Menschen ist sein Ethos sein Daimon."

Das bedeutet, die Eigenschaften, die ein Mensch auslebt, schaffen und formen sein Schicksal. Jeder ist seines Glückes Schmied. Das Wort "Ethik" stammt von "Ethos" ab. Ethos bedeutet auf griechisch so viel wie Charakter oder Sittlichkeit. Die Ethik beschäftigt sich also mit der Frage nach dem richtigen Verhalten zur Entfaltung eines guten Lebens.

Aristoteles sah drei Wege zum Glück:

  1. Hedonistisches Leben

    Hedonisten (von altgriech. Hedone = Vergnügen, Lust, Genuss, sinnliche Begierde) denken, dass sie Erfüllung durch die Stillung ihrer Verlangen finden können. Sie erhoffen sich Glückseligkeit durch das Hingeben und Ausleben von Genüssen und Gelüsten. Kurzzeitige Befriedigung statt langfristiges Glück.

    Die meisten Menschen sind, bewusst oder unbewusst, Hedonisten. Für Aristoteles ist diese Art der Glücksgewinnung die Niederste, weil sie uns zu Sklaven unserer ewig keimenden Begierden macht und wir somit in ständiger, innerer Abhängigkeit von unseren Trieben gesteuert werden - wie Tiere.

  2. Gesellschaftliches Leben

    Die zweite Möglichkeit zur Glücksgewinnung sieht Aristoteles in sozialer Interaktion und gesellschaftlicher Beteiligung. Indem wir uns in das öffentliche Geschehen einbringen und gemeinsam mit anderen Menschen unsere Mitwelt gestalten, streben wir nach Interaktion, Austausch, Reibung, Anerkennung und Bestätigung.

    Dieser Weg wird von einigen gewählt. Dennoch gilt auch er als nicht ganz optimal, weil dessen Erfüllung noch immer stark von äußeren Bedingungen abhängt. Äußere Bedingungen bedeutet, dass das Glück vergänglich und somit nicht vollkommen ist.

  3. Philosophisches Leben

    Aristoteles sieht den vollkommensten Weg zum Glück in einem philosophischen Leben. Damit meint er ein denkendes Leben, das unserem Verstand entsprechend auf beständiger Erkenntnis und Selbstreflexion sowie Disziplin und Übung basiert. Bestrebtes sich entwickeln wollen - zwischen Forderung und Förderung. Ähnlich Nietzsches Übermensch: Sich ständig selbst überkommen.

    Philosophie bedeutet übersetzt soviel wie "Liebe zur Weisheit" (altgriech. philo = liebend und sophia = Weisheit). Diesen Weg gehen laut Aristoteles nur Wenige. Das Glück der Erkenntnis ist anhaltend (wir können immer denken), unabhängig (wir brauchen nur uns) und endgültig - weil wir nur denken, um des Denkens willen.

Wie Aristoteles zu diesem Gedanken kommt, erfährst du im nächsten Absatz.


Was ist das Glück des Menschen?

Was bedeutet Wohlsein für uns?

Aristoteles Ergon-Argument:

Aristoteles fragte sich, was die spezifische Funktion bzw. Eigenschaft des Menschen ist. Was ist der Kern unseres Wesens? Was unterscheidet uns von allem anderen bzw. was können wirklich nur wir Menschen? Was ist die uns innewohnende Eigenart?

Alles, was uns mehr schadet als nutzt, kann es nicht sein - und alles, was nur als Mittel zum Zweck dient, kann es auch nicht sein.

Das Ergon einer Lampe ist Leuchten. Ein Besen fegt. Ein Messer schneidet. Und der Mensch? Der Mensch kann denken und verfügt über Vernunft und Verstand. Daraus schlussfolgert Aristoteles naturwissenschaftlich, dass unsere evolutionäre Eigenart, unser Ergon, die Essenz des Menschen, der Vernunft entsprechendes Tätigsein ist.

Aristoteles Glücksdefinition:

Trotz allem dachte Aristoteles, dass ein gutes Leben dennoch auch von Äußerem abhängig ist. Für Aristoteles galt das Tätigsein der Seele gemäß der Vernunft als das oberste Gebot für ein gutes Leben. An zweiter Stelle an Relevanz standen äußere Güter wie Wohlstand, Freundschaft, Herkunft, Anerkennung und Schicksal und an dritter Stelle kamen persönliche Güter wie Gesundheit, Schönheit, Stärke, Intelligenz und Sportlichkeit. 

Die Stoiker (u. a.) bezogen kurz nach Aristoteles eine radikale Gegenposition, indem sie argumentierten, dass ein gutes Leben auch völlig unabhängig von äußeren Umständen gelebt und geführt werden könne. So kann sich beispielsweise ein Mönch oder Asket, der sich in Demut übt, sogar über Schmerzen und Widrigkeiten freuen. Wer verlieren will, gewinnt immer! Aber das kam, wie gesagt, erst nach Aristoteles.

Glück zusammengefasst:

  1. Tätigsein gemäß des Verstandes
  2. Tätigsein auf eine vollendete Weise
  3. Tätigsein in vollendeten Lebensumständen


Wie leben wir ein gutes Leben?

Aristoteles Weg zum Glück lässt sich in einem Satz beschreiben: "Die Glückseligkeit besteht im vollkommenen Leben, das vollkommene Leben im tugendhaften Leben."

Aristoteles Tugend Lehre:

Der Begriff Tugend leitet sich von dem Wort "taugen" ab, was sich wiederum auf Eignung, Nützlichkeit oder auch Brauchbarkeit bezieht. Aus derselben Wurzel entspringt auch das Wort Tüchtigkeit, was soviel bedeutet wie Tätigsein, Kraft oder auch Fähigkeit (manchmal auch mit Tapferkeit und Heldentum verbunden).

Das griechische Wort für Tugend lautet "Arete" Arete beschreibt exzellentes Handeln bzw. die Vortrefflichkeit einer Person (ebenfalls mit Tapferkeit und Heldentum verbunden). Der Begriff Tugend bezieht sich also auf die prägendsten Charaktereigenschaften einer Person, die tatsächlich und beständig (überwiegend) ausgelebt werden.

Nach Aristoteles ist Glückseligkeit nichts, das von allein passiert oder auf dem wir uns ausruhen können. Glückseligkeit ist Tugendhaftigkeit und Tugendhaftigkeit ist dem Verstand gemäßes Tätigsein. Dinge hinterfragen, erkennen, überdenken und verbessern. Weisheit galt Aristoteles dabei als die höchste Tugend - weil sie das höchste Vermögen des Geistes widerspiegelt und zeitgleich als Grundlage für alle weiteren Tugenden dient.

Für Aristoteles gab es zwei Arten von Tugenden:

  1. Theoretische/Geistige/Verstandes-Tugenden

    Weisheit, Einsicht, Klugheit, etc. Diese Tugenden können durch Belehrung und Zuhören gelernt werden. Diese übergeordneten Verstandes-Tugenden ermöglichen es uns, jederzeit unserer Vernunft gemäß zu handeln und jederzeit die besten Mittel und Wege unserer Situation entsprechend zu erkennen und zu ergreifen.

  2. Praktische/Ethische/Charakter-Tugenden

    Mut, Großzügigkeit, Besonnenheit, etc. Diese Tugenden können durch Training und Wiederholung gelernt werden. Die Einübung und Aneignung dieser ermöglicht uns, ein dem Verstand folgendes und von den Trieben losgelöstes Leben zu leben. Ist eine Tugend einmal verinnerlicht, handeln wir um der Tugend willen.

Sind die ethischen Charakter-Tugenden erstmal mittels der geistigen Verstandes-Tugenden erkannt und fokussiert, so können wir diese durch beständiges Üben und Wiederholen kultivieren und zu fixen Charaktereigenschaften und Gewohnheiten machen. 

Mut beispielsweise kann erworben werden, indem du dich konsequent deinen Ängsten stellst, indem du am Rande deiner Komfortzone bleibst. Willst du großzügiger werden, suche aktiv nach Gelegenheiten, um anderen zu helfen. Leben wir diese Tugend konsequent, werden sie Teil unseres Charakters und formen somit unser Sein.

Welche Tugenden für dich, deine Situation und dein Umfeld die Richtigen sind, lässt sich nicht allgemein gesprochen sagen. Wichtig ist jedoch, dass sie deine dir innewohnende Natur vervollkommnen und Harmonie in dir selbst ermöglichen.

Wie wir passende Tugenden finden können, lehrt Aristoteles in der Mesotes Lehre.

Aristoteles Mesotes Lehre:

Der Begriff "Mesotes" bedeutet auf griechisch "Mitte". Ethische Tugenden entwickeln sich positiv, wenn das rechte Maß, der Mittelweg zwischen Überschuss und Mangel, genommen wird. Mittels Selbstbeherrschung und -bewusstsein schaffen wir ein Gleichgewicht. Die Mitte ist der Wert zwischen zwei Extremen. 

Mit den richtigen Gedanken und Erkenntnissen lassen sich Maßnahmen finden und ergreifen, mit denen wir unser Verhalten und Begehren kontrollieren und regulieren können. Auch Emotionen wie Trauer, Angst und Wut können wir mit Geduld, Hingabe und Verständnis meistern und überkommen.

Einige Beispiele vom Mittelweg:

  • Zweifel - Selbstbewusstsein - Überschätzung
  • Gleichgültigkeit - Mäßigung - Zügellosigkeit
  • Schmeichelei - Freundlichkeit - Ablehnung
  • Verschwendung - Großzügigkeit - Geiz
  • Intoleranz - Toleranz - Ignoranz
  • Feigheit - Mut - Tollkühnheit

Wichtige Anmerkung:

Diese Werte und Tugenden sind nicht als statisch zu betrachten, sondern sie stehen immer in Relation zu ihrem Kontext. Ein Beispiel: In einen reißenden Fluss zu springen, um einen Freund zu retten, ist mutig - in denselben Fluss zu springen, um ein Smartphone zu retten, ist tollkühn. Alles ist dynamisch und kontextabhängig.

Weitere Infos und Tipps zum Tugend Aufbau:

Von allen äußeren Gütern sah Aristoteles das höchste Gut in der Freundschaft.

Tiefe Freundschaften helfen und unterstützen einander beim gemeinsamen Wachsen. Zugewandtes Interesse (lat. inter = zwischen und esse = sein) und geteilte Hingabe befeuern gegenseitige Inspiration und geteilte Motivation (so habe ich beispielsweise gemeinsam mit einem Freund geschafft, das Tabak Rauchen aufzuhören). Vertrauensvolle Freundschaften bieten uns die Möglichkeit, soziales Verhalten in einem sicheren Rahmen zu erproben und mit ehrlichem Feedback zu verbessern (und vieles mehr). 

Meine Definition von Freundschaft ist in etwa gegenseitiges Interesse mit der uneigennützigen Absicht des Wohlseins des jeweils Anderen, rein um dessen Willen. Gute Freunde sind ein weiteres Paar Augen und Ohren, ein Erfahrungsschatz für uns und dienen uns sowohl als Vorbild als auch als Messlatte und Balancehalter. Gutes fördert Gutes, Schlechtes fördert Schlechtes. Gemeinsam können wir durch ständiges Verstehen-Wollen und durch Verstandes gemäßer Entwicklung und Handlung unsere Leben in Einklang bringen.

Zusammenfassung:

  1. Den Verstand nutzen und Tugenden kultivieren
  2. Gleichgewicht (Mitte) finden und wahren
  3. Bedeutende Beziehungen pflegen
  4. Konstant selbst reflektieren
  5. Tugendhaft Tätigsein
  6. Glücklich sein


Welche Tugenden gibt es? (inkl. Liste)

Und zum Abschluss das vielleicht Wichtigste: Die Frage nach dem, was du daraus machst und wie du diese Erkenntnisse für dich (und alle) in deinem Leben umsetzt und verwirklichst.

Als ich das erste Mal bewusst mit den oben beschriebenen Tugend-Gedanken in Berührung kam, schloss sich diese Aristoteles-Phase für mich mehr oder minder damit, dass ich mir eine lange Liste mit Tugenden wie die Folgende vornahm und mich fragte, auf welche Tugenden ich mich in nächster Zeit vor allem besinnen wollte.

Auch fragte ich mich, ob ich mehr an meinen Schwächen arbeiten, oder mich eher auf die Stärken fokussieren solle. Heute denke ich: Eigentlich egal. Arbeite an dem, das dir wichtig erscheint, ganz undogmatisch und natürlich. Du weißt bereits, was du willst und nicht willst. Dennoch hier zur Inspiration eine Liste mit allen möglichen Tugenden und Beispielen, für gute Arten und Weisen, mit denen sich ein gutes Leben verwirklichen lässt.

Wähle was dich anspricht, meditiere darüber und setze es in deinem Alltag um. Mache dir die Tugenden nicht nur zur Praxis, sondern werde die Tugend selbst. Lasse die Tugend durch dich hindurch wirken und mache dir nicht nur Gut-Sein, sondern sogar Besser-Werden zum Hobby (gemessen ausschließlich, oder vor allem, an dir selbst). Das gute Leben verwirklichst du, indem du es lebst - mit allem, was dazu gehört. Wer gut sein will, muss gut sein (sich dem Guten angleichen).

 

Liste diverser TugendenWeitere Beispiele verschiedener Tugendlehren im Verlauf der Geschichte:

Haupt- bzw. Kardinaltugenden:

  • Weisheit
  • Gerechtigkeit
  • Tüchtigkeit, Mut
  • Mäßigung

Christliche Tugenden:

  • Liebe
  • Glaube
  • Hoffnung

Bürgerliche Tugenden:

  • Fleiß
  • Ordnung
  • Reinlichkeit
  • Pünktlichkeit
  • Sparsamkeit

Ritterliche Tugenden:

  • Demut
  • Ehre, Würde
  • Güte, Freundlichkeit
  • Gehobener Mut, Hochstimmung
  • Höfischkeit, Höflichkeit
  • Manheit, Tapferkeit
  • Mäßigung
  • Milde, Freigiebigkeit, Großzügigkeit
  • Dienstbarkeit, hingebungsvolle Liebe
  • Beständigkeit, Festigkeit
  • Treue, Loyalität
  • Zucht, Anstand, Wohlerzogenheit

Samurai Tugenden (Bushido):

  • Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit, Rechtlichkeit
  • Mut
  • Menschlichkeit
  • Einhaltung der Etikette, Höflichkeit
  • Wahrheit, Wahrhaftigkeit, Unverfälschtheit
  • Ehrbewusstsein
  • Loyalität, Pflichtbewusstsein, Treue

 

Persönliches Fazit

Einem tugendhaften Leben hilft eine klare Vision und eine feste Überzeugung. Achtsamkeit und Hingabe, Selbstbeherrschung und Willenskraft. Wissen, was man will und wissen, für was man steht. Sich seiner Selbst und seiner Werte bewusst sein und treu bleiben.

Auch dann noch authentisch und integer handeln, wenn es mal hart und unbequem wird. Warum? Weil uns das, was wir für richtig halten, wichtiger ist, als das, was uns erwartet, wenn wir die Mühen nicht auf uns nehmen und es einfach bleiben lassen (z.B. das Sofa).

Wollen wir sportlich und gesund oder schlapp und schlaff sein? Wollen wir stark und mutig oder ängstlich und schwach sein? Natürlich möchte keiner faul, gierig oder zornig sein und doch wählen wir erschreckend oft und immer wieder einen dieser Wege.

Die eigene Komfort Zone, Ego und Stolz, Süchte und Erwartungen testen und verführen uns jeden Tag aufs Neue. Und jeden Tag aufs Neue schenken sie uns die Möglichkeit, an uns selbst zu wachsen. Unsere größten Schwierigkeiten sind uns unsere größten Lehrmeister.

Selbstreflexion, Selbstbewusstsein und Selbstkontrolle für ein selbstbestimmtes Leben. Erst wenn wir auch unsere Ängste und Süchte, Nöte und Triebe beherrschen, erst dann können wir wirklich tun, was WIR wollen, und müssen nicht tun, was uns unsere Ängste oder Süchte diktieren.

Es kann viel Kraft und Energie kosten, um so zu werden, zu sein und zu bleiben, wie man selbst denkt, dass man sein sollte (weil man will!). Doch es lohnt sich. Denn wir werden, was wir sind. Also sei, wer du sein willst und werde dadurch, wer du werden willst. Nicht gestern und nicht morgen, sondern heute, jetzt und hier!

Der Schlüssel zu guten Gewohnheiten und tiefgreifenden Tugenden liegt im aktuellen Moment - dem einzigen Moment den wir je erleben werden (wie eine Welle) - weil der vorherige Moment bereits vergangen ist und der zukünftige in weiter (nie erreichbarer) Ferne liegt. Doch in jedem Augenblick ist uns die Möglichkeit geboten, etwas anders zu machen, uns neu zu entdecken. Unsere Leben liegen in unseren Händen. 

Zu wissen, was einem wichtig ist und danach zu leben und zu handeln, ist Eudaimonie. Die eigenen Grenzen und Bedürfnisse zu kennen und sich im Griff zu haben, ist Eudaimonie. Arbeit, Training, Abwasch, Krieg und Ungerechtigkeit - klar kommen mit dem, was ist, ist Eudaimonie. Gelassenheit, Heiterkeit und so weiter und so fort ...

Alles Gute und liebe Grüße,

Adrean

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